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Stadtschloss Berlin Initiative
Wir bauen das Schloss

Wir bauen das Schloss.

Freitag 03.10.08 um 17 Uhr, Das Berliner Schloss - Eine deutsche Geschichte – (3.10.2008)

ZDF

Wie kaum an einem anderen Ort verdichtet sich deutsche Geschichte so intensiv wie am Berliner Schloss. Seit 1950 ist es vom Erdboden verschwunden, aber noch immer von vielen Geheimnissen umgeben. Nun ist der heiß diskutierte Wiederaufbau geplant. Von Kurfürsten, preußischen Königen und deutschen Kaisern erbaut, wuchs das Schloss zur prachtvollen Residenz und höfischen Repräsentanz deutscher Macht. Im Herzen von Berlin gelegen, nicht weit von der Museumsinsel, hat das Schloss Geschichte geschrieben: Mit der Kriegsprokla-mation Kaiser Wilhelms II. 1914 vom Balkon des Schlosses aus oder Karl Lieb-knechts Ausrufung der sozialistischen Republik 1918. Die Residenz der Preußen diente den Nazis als bevorzugte Kulisse für Aufmärsche, wurde im Zweiten Weltkrieg zerbombt und in der DDR gesprengt. Am selben Ort dann der Palast der Republik, der wiederum jetzt abgerissen wird. Bald soll das Schloss an dieser historischen Stelle wieder erstehen. Ehe die Bagger kommen, nutzt ein Team aus Archäologen, Bauforschern und Computerexperten die letzte Chance, um rund um den ehemaligen Schlossplatz nach verlorenen Schätzen, Überresten des Schlosses, der verschollenen Gruft der Schlossfürsten aus dem Mittelalter und geheimen Stasi-Gängen zu suchen. Das ZDF-Team um Gisela Graichen und Jean-Christoph Caron hat die abenteuer-lichen Erkundungen exklusiv begleitet. Und die ZDF- Filmemacher entdeckten bislang unbekannte, unveröffentlichte Filme, die bei der Rekonstruktion der Schlossfassade unschätzbare Hilfe leisten. Auch sie sind im Film zu sehen. Wie auch zum ersten Mal im deutschen Fernsehen: die neueste und aufwendigste Computerrekonstruktion des Schlosses in bisher unerreichter Detailgenauigkeit. Im Wettlauf gegen die Zeit fahnden Berliner Landesarchäologen nach den verschwundenen Gebeinen des Kurfürsten Johann Cicero (1455-1499), des Urahnen der wilhelminischen Kaiser, der Berlin und das Schloss zu seiner Residenz ausbaute. Auf Grabungen am Petri-Platz in Berlin-Mitte machen die Forscher einen erschütternden Fund. Der Boden gibt über 2500 Leichen frei, darunter zahlreiche Untertanen der Kurfürsten. Und dann die Entdeckung: Am Rande des Schlossplatzes identifizieren die Archäologen Gewölbe der alten Gruftkirche der Hohenzollern. Darin vermuten die Experten fürstliche Grab-kammern, die jetzt auf ihre Freilegung warten. Nach der Sprengung des Berliner Schlosses im Jahr 1950 wurden durch das SED-Regime rund 2000 Schmuckornamente und -figuren abtransportiert, ver-schüttet und in alle Winde zerstreut. Berliner Bauforscher um Dietmar Arnold machen sich auf die Suche nach diesen Kulturschätzen, die für den beschlos-senen Wiederaufbau von großer Bedeutung wären. Mit einer Sondergenehmigung öffnen sie gigantische Gewölbe aus der Kaiserzeit unter dem Schlossplatz und sogar einen riesigen alten Flak-Bunker. Und werden fündig: Verschüttet inmitten von Kriegsschutt entdecken die Forscher wertvolle Schmuckstücke, die vermutlich von der Schlossarchitektur stammen. Sie zeugen von den Versuchen der DDR-Führung, das einstige Kaiserschloss völlig aus der deutschen Geschichte zu löschen. Hartnäckig hielten sich nach dem Mauerfall aber auch Gerüchte, die SED-Organe hätten kaiserliche Geheimgänge unter dem Schlossplatz für sich und ihr Regime weiter genutzt. Filmaufnahmen anlässlich von Erich Honeckers Propagandafeier zum 40. DDR-Geburtstag am 7. Oktober 1989 in Ost-Berlin geben dem Experten Sascha Keil vom renommierten Verein Berliner Unterwelten e.V. den entschei-denden Hinweis auf einen geheimen Tunnel im Bereich des alten Marstall-Gebäudes. In Sichtweite zum Schloss beherbergte der Marstall einst die edelsten Pferde des Kaisers. Das Team um Sascha Keil findet und öffnet den mittlerweile vermauerten Verbindungsgang und beweist: Eine Spezial-Einheit der Stasi nutzte den Tunnel für einen überraschenden Auftritt bei der Niederschlagung der Bürger-Proteste während der Geburtstagsfeierlichkeiten im Palast der Republik. Die ZDF-Dokumentation macht sich zudem auf die Suche nach seltenen Abbil-dungen des Schlosses. Einer der ersten Farbfilme über das Schloss ist das bislang noch nie gesendete filmische Vermächtnis eines deutschen Soldaten aus dem Jahr 1940, der später in der Schlacht von Stalingrad fiel. Anhand solcher wertvoller Funde, mit der Hilfe alter Baupläne, früher Fotos und neu entdeckter Amateurfilme gelingt es dem jungen Computerexperten Sandy Lunitz, die ge-sprengte Residenz als imposantes virtuelles Modell zu rekonstruieren. Exklusiv im ZDF ist eine detailgenaue Wiederauferstehung des Schlosses zu sehen. So schön, so verführerisch soll das Berliner Schloss als Humboldt-Forum, als neues kulturelles Zentrum der Bundesrepublik, in einigen Jahren wieder real in der Mitte Berlins stehen.
Photo ZDF, Computerexperte Sandy Lunitz rekonstruierte das Schloss anhand alter Pläne und neuer Funde.

Weiterführender Link: http://dokumentation.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,1021587_idDispatch:8018031,00.html?dr=1