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Stadtschloss Berlin Initiative
Wir bauen das Schloss

Wir bauen das Schloss.

Kulturen der Welt in der Mitte Berlins – (15.7.2009)

Bernd Neumann,CDU

Wie das künftige Humboldt-Forum im Berliner Schloss aussehen wird, steht seit einem halben Jahr fest. Eine Ausstellung im Berliner "Alten Museum" zeigt jetzt, welche Einrichtungen dort einziehen und wie sie die neuen Räume nutzen werden.

Gleich drei bedeutende Kultur- und Bildungseinrichtungen werden im wiedererrichteten Berliner Schloss Sammlungen und Bestände präsentieren: das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin, die Humboldt-Universität und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin.

Alle drei Institutionen wollen dabei nicht nur Wissen zu vermitteln. Sie verstehen es auch als ihre Aufgabe, den Dialog zwischen den Wissenschaften und Künsten fördern. Und sie wollen ein Forum für die Diskussion wichtiger Zukunftsfragen bieten.

Auf diese Weise soll in der Mitte Berlins ein Ort der Weltkulturen entstehen. Ein Ort, der ebenso für Kunstgenuss steht wie für die Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken der Globalisierung.

Ein offenes Haus
Wie dieser Anspruch umgesetzt werden soll, ist jetzt in einer Ausstellung im Alten Museum auf der Berliner Museumsinsel zu sehen.

Bei der Eröffnung zeigte sich Kulturstaatminister Bernd Neumann überzeugt, dass das Humboldt-Forum zu einem attraktiven, wegweisenden und offenen Haus im Herzen Berlins werde. Ihm sei es ein besonderes Anliegen, dass mit dieser einzigartigen Kultur- und Bildungslandschaft vor allem auch die junge Generation angesprochen werde, erklärte er.
http://www.bundesregierung.de/nn_23334/Content/DE/Artikel/2009/07/2009-07-08-ausstellung-humboldt-forum.html


Dazu die Presse:
Die Berliner sind nun einmal schnell und kreativ. Das kann man von den Kulturpolitikern, Schlossherren und Museumsmachern nicht behaupten. Im Gegenteil: Das Humboldt-Forum ist noch immer ein vages Luftschloss mit unklarer Zukunft. Zwar will man in das potemkinsche Barockphantom, das sich Deutschland immerhin 552 Millionen Euro kosten lässt, einiges unterbringen: das Ethnologische Museum, das Museum für Asiatische Kunst, die Zentral- und Landesbibliothek sowie Abteilungen der Humboldt-Universität.

Ein bisschen Licht ins Dunkel
Doch wie man das Gebäude bespielen und die einzelnen musealen und wissenschaftlichen Komplexe vernetzen könnte, weiß noch niemand genau. Ein bisschen Licht ins Dunkel will jetzt eine Ausstellung bringen, die, zwei Steinwürfe vom irgendwann wieder rekonstruierten Schloss entfernt, im Alten Museum eröffnet wurde: "Anders zur Welt kommen. Das Humboldt-Forum im Schloss. Ein Werkstattblick" lautet der umständliche Titel. Es ist eine Entdeckungsreise in die Welt des Wissens und Forschens, Archivierens und Deutens.

Die alten Ideen der "Kunstkammer" und des von Leibniz erfundenen "Gedankenscherzes" werden aufgenommen, ein "Wissenstheater" wird ausgebreitet und der Besucher als Weltreisender durch Jahrhunderte und Kontinente geführt.

Mikroskope und Fernrohre, Landkarten und Schiffsmodelle, Muscheln und Schwerter, Gewänder und Kultgegenstände: Unzählige Objekte werden gezeigt, um Themen wie Macht und Tod, Migration und Ritual einzukreisen. Mit den derzeit modischen Mitteln der Museumspädagogik - inklusive Leseecken und Ruheliegen, Video-Endlosschleifen und Laborversuchen - geht es um koloniale Geschichte und Verschleierung in islamischen Gesellschaften, Götterinszenierungen in Indien und indonesische Schattenspiele: Der Besucher ist überall und nirgends, mal im Königreich von Benin, mal im Busch von Brasilien, mal bei den pazifischen Bootsbauern, mal bei den nordamerikanischen Indianern.

Vieles bleibt offen
Auf engstem Raum ist so viel zu sehen und zu lesen, dass einem schwindelig werden kann. Die Ausstellung will Möglichkeiten des interdisziplinären Dialogs andeuten, aber welches inhaltliche Erkenntnisinteresse sie verfolgt, bleibt unklar. Im Unklaren ist überdies, ob diese Art von Ausstellungen sich überhaupt im geplanten Schlossbau realisieren lassen. Von der Binnenarchitektur des Gebäudes ist bislang nichts bekannt.

(...)

Mannheimer Morgen, 15.07.2009

Weiterführender Link: http://www.kulturportal-deutschland.de/kp/artikel.html?artikelid=3528