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Stadtschloss Berlin Initiative
Wir bauen das Schloss

Wir bauen das Schloss.

Bau des Stadtschlosses wird verschoben,Kuppel ist fraglich – (26.10.2009)

Berliner Morgenpost

Das Berliner Stadtschloss (die Fassaden-Attrappe) wird gebaut - aber später als geplant. Und es wird auch deutlich später als geplant fertig: Wie Bundesverkehrsministerium und Stiftung Preußischer Kulturbesitz mitteilen, geht es wohl statt 2010 erst 2011 los und dauert statt bis 2013 nun bis 2016 - mindestens. Und die Gestaltung ändert sich noch - die Frage nach der Kuppel ist wieder offen..

Das Berliner Stadtschloss wird wohl erst 2016 fertig. Am Montag berichteten das Bundesverkehrsministerium und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin über den aktuellen Planungsstand zum Wiederaufbau des 1950 gesprengten Schlosses. Der bislang für Herbst 2010 geplante Baustart könne sich bis ins Frühjahr 2011 verzögern, sagte Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup. „Ich gehe davon aus, dass eine Bauzeit von fünf bis sechs Jahren realistisch ist“, fügte er hinzu. Sicher wäre es auch bis 2014 zu schaffen, aber dann käme man unter Umständen bei den barocken Fassaden unter Zeitdruck.
Eigentlich sollten die Bauarbeiten im Herbst 2010 beginnen und 2013 abgeschlossen sein. Die Kosten für die Rekonstruktion des Schlosses, das an drei Seiten die historischen Fassaden wieder aufnimmt, bezifferte Lütke Daldrup auf 480 Millionen Euro. Der Bund beteilige sich mit 368 Millionen Euro, das Land Berlin mit 32 Millionen Euro. 80 Millionen Euro sollen über Spenden finanziert werden. Für die Ausstattung und Einrichtung des Schlosses gibt der Bund den Angaben zufolge noch einmal 72 Millionen Euro, womit sich die Gesamtkosten für den Stadtschloss-Bau auf 552 Millionen Euro erhöhen.
Säulen sind weg, Kuppel ist unentschieden

Lütke Daldrup begrüßte, dass die neue Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag an den Zeitplänen zur Wiedererrichtung des Stadtschlosses festhält. In den Koalitionsverhandlungen soll es Überlegungen aus der Unions-Bundestagsfraktion gegeben haben, das Projekt um vier Jahre zu verschieben.

Die nun weiter entwickelten Planungen des Siegerentwurfes des italienischen Architekten Franco Stella sehen unter anderem eine erheblich vergrößerte Agora im Eosanderhof vor. Es handele sich um einen großen, offenen Raum, in dem bis zu 1800 Stühle Platz hätten, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger. Die Agora sei „ein Dreh- und Angelpunkt“ des Baus. Statt der bisher vorgesehenen Säulen sind jetzt offene Galerien geplant. Noch nicht entschieden sei die Form der Kuppel, sagte Lütke Daldrup. die Wahl bestehe zwischen einer historischen oder modernen Form, wobei eine historische Kuppel etwa 15 Millionen Euro mehr kosten würde als eine moderne.
Extrakosten in Millionenhöhe

Lütke Daldrup betonte, dass zusätzliche Rekonstruktionen wie historische Treppen oder Innenportale Extrakosten in Millionenhöhe nach sich ziehen würden. „Wer sich mehr wünscht, muss mehr Finanzen mitbringen“, sagte er. Der Rat der als Bauherrin auftretenden Stiftung „Berliner Schloss – Humboldtforum“ werde hier Entscheidungen treffen müssen. Lütke Daldrup sagte, der Baubeginn könne sich wegen offener Fragen verzögern.

Das sogenannte Humboldtforum, das am alten Standort des Schlosses in der Berliner Mitte entstehen wird, soll nach seiner Fertigstellung als Kunst- und Begegnungsstätte dienen. Es soll die außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz beherbergen und damit die nahegelegenen Stätten der Museumsinsel ergänzen. Zudem sollen in das Humboldtforum ein Museum zur Geschichte des Schlosses, die Kinder- und Jugendabteilung der Zentral- und Landesbibliothek Berlin und Einrichtungen der Humboldt-Universität einziehen.
Mögliche Verzögerung durch Rechtsstreit

Der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bezeichnete die Zusammenarbeit mit dem Architekten Franco Stella als „vorzüglich“. Er sei froh, „dass durch die klare Ansage der neuen Regierung das Projekt weitergeht“. Nun werde mit Hochdruck weitergearbeitet.

Die Realisierung des Großprojekts könnte sich allerdings aufgrund eines Rechtsstreits verzögern. Der im Wettbewerb unterlegene Architekt Hans Kollhoff hat gegen die Vergabe des Projektes an seinen italienischen Konkurrenten Franco Stella geklagt. Nach jahrelangen Diskussionen über das Projekt hatte Stella Ende 2008 den Architektenwettbewerb gewonnen, Kollhoff hatte einen der vier dritten Plätze belegt.

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